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Sommerkonzert 2018: Bis auf den letzten Platz füllte sich die Aula

Von Hagen Stach | | Musik

Donnerstagabend, halb acht, kurz vor den Ferien. Das Gymnasium Papenburg hatte zum traditionellen Sommerkonzert eingeladen und die Gruppen spielten ihre Stücke vor vollem Haus.

Das Programm versprach Abwechslung und – dieses Versprechen wurde auch gehalten. Nicht nur die zahlreichen Schülerensembles boten einen bunten Reigen, auch verschiedene Musikstile wurden dargeboten. So konnte Theo Hockmann, seit nun einem halben Jahr Schulleiter des Gymnasiums Papenburg, die zahlreichen Besucher begrüßen und auf einen unterhaltsamen Abend verweisen.

Die leere Bühne zu Beginn des Konzerts verwirrte zunächst, bald jedoch wurde das Rätsel gelöst. Die Big Band betrat singend das Podium, zeitgleich wurde gefühlvoll das Intro von „Hooked On A Feeling“ von Anna Bendt am Alt-Saxophon gespielt. Schließlich war die Big Band auf der Bühne angekommen und zeigte klanggewaltig, in welche Richtung das Konzert gehen würde.

Ebenso klangvoll, aber auch gefühlvoll waren die weiteren Stücke dieser Gruppierung. „Feeling Good“ mit einem ausdrucksstarkem Trompetensolo von Sophie Santen und die berühmten Schlussnummer aus dem Kultfilm „Dirty Dancing“ „I’ve Had The Time Of My Life“ mit den musikalischen Pendants von Jennifer Grey und Patrick Swayze, verkörpert durch Lennart Machatsch und Ali Hussein, wirkten trotz der Klangfülle des Gesamtensembles romantisch.

Weiter ging es mit den Nachwuchsensembles, die am Gymnasium Papenburg stets auch mit den weiterführenden Ensembles gemeinsame Stücke einüben. Die Streicher-AG unter der Leitung von Katja Matthäi unternahm eine musikalische Reise nach Schottland, Ungarn und Italien. Ein Ausflug in die Filmwelt von „Game of Thrones“ wurde ebenso kunstvoll angegangen.

Zusammen mit der Bläserklassen-AG und dem Orchester, unter der Leitung von Alexandra Stach, wurde dann eine Bearbeitung von Vivaldis „Herbst“ zu Gehör gebracht. Abgelöst durch das Orchester, welches eine jazzige Bearbeitung des gleichen Stückes im Anschluss spielte, hatten die jungen Musiker durch ihre einfühlsame Spielweise überzeugt. Die musikalische Reise hat die Zuhörer dann nach Russland geführt, das Orchester hat die Kosaken mit dem „Trepak“ aus dem „Nussknacker“ von Tschaikowski zum Leben erweckt. Das sich gegen Ende rasant steigernde Tempo führt zu einem Schlussakkord, der auf den Punkt genau zu einem rasanten Applaus des Publikums führte.

Mit unheimlichen Klängen führte das Orchester die Zuhörerschaft anschließend in die Tiefen eines Schlosses: „Creepers in the Castle“ ließ die Geister auferstehen. Mit geheimnisvollen Flageolett-Effekten erschauderten sie das Auditorium, aber keine Angst: Alles löste sich am Ende wieder in Wohlgefallen auf. Schließlich verließ das Orchester die Erde, um dem Krieg der Sterne, das „Star Wars Main Theme“ wurde in Zusammenarbeit mit der Big Band aufgeführt, beizuwohnen.

Auf den Boden der Erde holte die Bläserklassen-Fortsetzungsgruppe die Zuhörer zurück. Die Reise führte nach Dänemark, wo dem Prinz mit dem „Prince of Denmarks March“ von Jeremiah Clarke gehuldigt wurde. Die jungen Musiker werden so im kommenden Schuljahr eine Bereicherung der bestehenden Ensembles.

Der Chor der Jahrgänge 5-8 unter der Leitung von Inke Malorny überzeugte die Zuhörer mit „Lady in Black“. Ganz leise Töne wurden zusammen mit dem älteren Chor angeschlagen. „Sound of Silence“ zeigte die filgranen Seiten des Chorgesangs. Im Anschluss trat der ältere Chor alleine auf. Die Reise ging weiter: „New York, New York“ von Frank Sinatra und „Love Me Tender“ von Elvis Presley wurden sicher intoniert. Afrikanische Klänge wurden bei dem Stück „Natuimbe“ deutlich. Die Steppe und die Weiten der Landschaft wussten die jungen Musiker stilsicher durch ihren Gesang heraufzubeschwören.

Der Chor der Abiturienten reiste gleich durch sieben Länder. In einem Medley aus verschiedenen Popsongs, selbst arrangiert von E. Gersberg, verabschiedeten sich die Absolventen von der Schule. Der Beitrag erhielt verdientermaßen einen langanhaltenden Applaus, der sicherlich auch der Würdigung des bestandenen Abiturs der Ensemblemitglieder galt.

Im Programm ging die Reise weiter mit der Big Band des Gymnasiums. Zunächst baten die jungen Musiker noch um Gnade, „Mercy, Mercy, Mercy“ wurde zusammen mit der Bläserklassen-Fortsetzungsgruppe intoniert. Das Publikum wurde im Anschluss an diesen Beitrag zunehmend mehr in die musikalische Gestaltung eingebunden. Nach einer kurzen Einweisung durch den Big Band-Leiter Hagen Stach unterstützten die Zuschauer die Gruppe durch das rhythmische Klatschen und akzentuierte „Hey“-Rufe bei dem Les Humphries-Klassiker „Mama Lou“.

Ein Feuerwerk an Show-Elementen kam bei dem Rock-Stück „Rock You like a Hurricane“ zum Einsatz. Die Solisten, Eike Wienbeuker (Alt-Sax), Ali Hussein (Tenor-Sax), Lennard Machatsch (Posaune), Sophie Santen (Trompete) und Jannes Lücht (Klavier), traten aus einer Nebelwand hervor, das bekannte Riff wurde durch Lichteffekte unterstützt. Das Publikum ließ sich zu Beifallsstürmen hinreißen. Dass die Big Band auch anders kann, zeigte sie bei dem „Wild Cat Blues“. Lennart Farwick an der Klarinette brillierte durch seine expressive Spielweise, die Big Band begleitete gefühlvoll.

Unplanmäßig überraschten die Abiturienten aus den Ensembles das Publikum durch „Mah Na Mah Na“. Den Witz des Stückes wussten die Absolventen sehr geschickt umzusetzen.

Den offiziellen Abschluss des Konzertes bildete das Stück „Fascinating Drums“, ein Solostück für Schlagzeug, hier ausgeführt durch vier Schlagzeuger, und Band. Die vier jungen Musiker Philipp Santen, Madita Lenger, Jonathan Spekker und Jannes Lücht rissen das Publikum durch ihre ausgefeilte Choreographie dermaßen mit, dass sie mehrfach zwischenzeitlich Szenenapplaus erhielten.

Obwohl die Big Band bei dem letzten Stück die Bühne verlassen hatte, musste sie noch einmal für eine Zugabe mit Publikumsbeteiligung zurück auf die Bühne kehren. Ein Medley aus Queen-Hits wurde durch das bekannte Rhythmus-Pattern von „We will rock you“ eingeleitet. Bereitwilligt unterstützten die Zuhörer die Musiker bei ihrem letzten Beitrag des gelungenen Konzertabends.

Der minutenlange Schlussapplaus, der der gesamten Darbietung aller Schülerinnen und Schüler galt, war der lohnende Abschluss des Programms. Die Musiker haben durch ihre frische Art und Weise so viele neue Freunde für ihre Arbeit gefunden.

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Big Band
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Chor der Abiturienten