Ganztagsschule
 

Informationen

Konzept der "Offenen Ganztagsschule Gymnasium Papenburg"

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Die Entwicklung eines pädagogischen Konzepts zur Strukturierung des Ganztagsbetriebs am Gymnasium Papenburg muss einerseits zurückgreifen auf die Intentionen des im Niedersächsischen Schulgesetz und den einschlägigen Erlassen festgeschriebenen Bildungsauftrags der Schule respektive des Gymnasiums und hat andererseits die im Schulprogramm des Gymnasiums Papenburg genannten Zielsetzungen zu berücksichtigen.

Das organisatorische Konzept wiederum hat der Frage nachzugehen, durch welche zeitlichen Vorgaben und räumlichen Bedingungen eine Umsetzung des pädagogischen Konzepts sichergestellt werden kann.

Insgesamt scheint die Form der offenen Ganztagsschule am geeignetsten, den Konzepten eine tragfähige Basis zu geben.

Das pädagogische Konzept zur Gestaltung der offenen Ganztagsschule

Gem. § 11 NSchG vermittelt das Gymnasium „seinen Schülerinnen und Schülern eine breite und vertiefte Allgemeinbildung und ermöglicht den Erwerb der allgemeinen Studierfähigkeit. Es stärkt selbstständiges Lernen und wissenschaftspropädeutisches Arbeiten“. Daneben soll es „individuelle Schwerpunktbildungen“ ermöglichen. Weitere, im § 2 NSchG Niederschlag findende Zielsetzungen sind die Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler sowie ihre Befähigung, zur Gestaltung der Demokratie beizutragen, nach ethischen Grundsätzen zu handeln, Beziehung zu anderen auf der Grundlage von Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz zu gestalten, den Gedanken der Völkerverständigung insbesondere in einem gemeinsamen Europa zu unterstützen, ökonomische und ökologische Zusammenhänge zu erfassen, mit Konflikten vernunftgemäß umzugehen, ihre Kritikfähigkeit auszubilden und das berufliche und soziale Leben verantwortlich mitzugestalten.

Auch das Schulprogramm des Gymnasiums Papenburg greift derartige Vorstellungen auf, indem es auf den Grundsätzen „Erziehung zu und in sozialer Verantwortung“, „Leistungsforderung und –förderung“ sowie einem Selbstverständnis der Schule als „Schule der Region mit attraktivem Bildungsangebot“ beruht.

Die sich aus dieser Ausrichtung ergebende Selbstverpflichtung der Europaschule Gymnasium Papenburg zielt auf eine systematische Förderung der Erreichung der genannten Ziele ab. Neben dem Pflichtunterricht, dessen Gestaltung diese Ziele immer mit bedenken soll, verweist die genannte Ausrichtung vor allem auch auf außerhalb des Pflichtunterrichts liegende Aktivitäten. Mit der Neustrukturierung des Gymnasiums als Offene Ganztagsschule hat sich der Umfang dieser Aktivitäten deutlich erhöht, ihr Stellenwert wurde durch eine gezielte Integration in ein Ganztagsangebot mit verbindlichem Zeitrahmen erhöht.

Dieses Ganztagsangebot beinhaltet eine nach pädagogischen und lernpsychologischen  wie –physiologischen Kriterien gestaltete Schulwoche mit einem vor- und nachmittäglichen Pflichtstundenanteil  und einem frei zu wählenden, aber verbindlichen Wahlunterricht, die jedem Schüler durch die zeitliche Gestaltung die Möglichkeit gibt, an mindestens drei Tagen in der Woche auch nachmittags an Veranstaltungen in der Schule oder an außerschulischen Lernorten teilnehmen zu können. Das verweist auf eine angemessene Rhythmisierung des Schultages durch Rücksichtnahme auf die im Tagesverlauf unterschiedlich verlaufende Leistungskurve der Schüler(innen), auf ihren Bewegungsdrang ebenso wie auf ihr Ruhebedürfnis, nimmt Aspekte individueller Förderung und Forderung in den Blick und enthält auch betreuende Elemente. Zusammenfassend soll das Gymnasium Papenburg als offene Ganztagsschule Bildung und Kultur, Schulzeit und Freizeit, Betreuung und Beratung unter einem Dach gewährleisten.

An folgende, nicht abschließend aufgezählte Schwerpunktsetzungen wäre konkret zu denken:

a)                Arbeitsgemeinschaften

Die bestehenden Arbeitsgemeinschaften (z. B. Computer, Schach, Theater, Musik, Sport, Berufs- und Studienorientierung, Rhetorik) werden fortgesetzt und durch weitere Angebote ergänzt.

b)                Förderung und Betreuung

Die vorhandenen Ansätze (Förderunterricht, Hausaufgabenbetreuung durch Schüler und „Starter-Jobs“) werden systematisiert und in ein Förder- und Betreuungskonzept integriert. Ziel ist die sofortige Interventionsfähigkeit der Schule bei erkannten Problemen aber auch die Unterstützung erkannter Stärken, mit den Zielen des Abbaus von Defiziten und Aufbaus von Schlüsselqualifikationen

c)                 Portfolio

Jeder Schüler soll Gelegenheit erhalten, sein individuelles Portfolio zu gestalten und sich hierdurch wettbewerbsfähig zu machen. Der vorhandene Portfolio-Ansatz ist insoweit insbesondere durch eine Zunahme des Angebotes zertifizierbarer Kurse zu erweitern und abzusichern.

d)                Erschließung außerschulischer Lernstandorte

Der an der Schule verfolgte Ansatz (z. B. Lernstandort Ter Apel im Rahmen unserer Schulpartnerschaft) soll um ortsnahe Möglichkeiten erweitert werden.

e)                Projekte

Als Europaschule bietet das Gymnasium Papenburg seinen Schülern Projekte mit europäischer Zielrichtung, wie z. B. die Teilnahme an Wettbewerben, eine zweitägige Europatagung für den Jg. 11, Kontakte zum Europaparlament in Straßburg u. v. m.

Erschlossen werden im Rahmen des Ganztagsangebotes weitere Projekte, z. B. Fremdsprachen, Umwelt, Gewaltprävention, Sport, Musik und Kunst, Demografischer Wandel, Gesundheitsförderung, für die jeweils mit Projektpartnern zusammengearbeitet werden soll.

f)                 Integration von Angeboten außerschulischer Institutionen

Im Rahmen des Ganztagsangebotes wird eine Kooperation mit außerschulischen Anbietern angestrebt. Zurzeit bestehen Kooperationen mit dem Tennisclub Blau-Weiß e. V., der Volkshochschule, dem Golfclub Gutshof e. V., dem Malteser Hilfsdienst, dem Papenburger Ruderclub e. V. sowie mehreren privaten Dienstleistern in den Bereichen Sport und Medien.

Das organisatorische Konzept zur Gestaltung der offenen Ganztagsschule

Organisatorisch sieht dieses inhaltliche Konzept als Kernstück eine Mittagspause, die für die Einnahme eines Mittagessens in einer Kantine ebenso Gelegenheit bietet, wie für Spiel und Entspannung, und deshalb nicht kürzer als 50-60 Minuten sein darf. Vor der Mittagspause liegt die Organisation des Pflichtunterrichts, während sich anschließend sowohl Pflichtunterricht als auch die Angebote des Wahlunterrichts platzieren.

Diese Verzahnung der inhaltlichen mit den organisatorischen Aspekten eines Ganztagsangebots der Europaschule Gymnasium Papenburg zielt auf die Sicherung und Steigerung der Qualität der Schule, die Erhöhung des Unterrichtsertrags, die Realisierung einer individuellen Förderung der Schüler(innen)  und soll damit auch die Umsetzung des Schulprogramms unterstützen.

Bei verbesserten Rahmenbedingungen soll so sichergestellt werden, dass

-         die Schüler(innen) in der Kombination von Pflicht- und Wahlunterricht an mindestens drei Tagen in der Woche nachmittags in der Schule anwesend sein können

-         die Verbindlichkeit des Angebotes durch die Verpflichtung zur mindestens halbjährigen Teilnahme nach Anmeldung steigt und

-         letztlich die Attraktivität des Bildungsstandortes Gymnasium Papenburg weiter gesteigert wird.

Neben einer Erschließung personeller Ressourcen sind zur Zielerreichung deshalb Rahmenbedingungen zu schaffen, die zeitliche Verbindlichkeit garantieren.

 
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