Sie ist beeindruckt davon, was aus einer einzelnen Idee entstehen kann, und nutzt ihre Texte auch, um auf aktuelle gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen.
Darüber hinaus nahm Anneke am Lyrik-Wettbewerb des British Council teil. Zwar gehörte sie nicht zu den Preisträgerinnen, ihre Leistung wurde jedoch durch eine namentliche Erwähnung besonders gewürdigt.
Ihr Gedicht „Social Media“ möchte sie hier vorstellen:
Social Media
Social Media macht uns verrückt,
denn ich verspüre Glück dabei,
mir stundenlang Videos anzuschauen
oder Storys zu liken,
als könnte ich die Zeit nur so vertreiben.Ja, heutzutage ist der vergessene Einkaufszettel
nicht so schlimm,
doch fehlt das Endgerät,
führt der Weg zurück zum Beginn.Und aus einem kurzen Nachrichtencheck
werden Stunden des Scrollens.
Vielleicht sind wir verloren.Ach, wäre es nur die Sucht,
doch die Nachteile nehmen kein Ende.
Social Media gibt einen Standard vor,
an dem so mancher erstarrt.Nicht zu dick,
nicht zu dünn,
nicht brünett –
ja, vielleicht.
Da macht es einfach keinen Sinn.Und bist du anders,
wird schon anderswo über dich geredet.
Während die Jungs zocken,
sitzen die Mädchen vor dem Spiegel
und kämpfen um einen besseren Rang,
während andere dem Drang folgen,
perfekt sein zu müssen.Wir sollen es lassen,
doch passen wir uns an.
Ist es kein Problem
oder eher ein Ersehnen
einer kaputten Generation?„Social Media hilft uns auch“ –
das ist die Ausrede,
die uns alle beruhigt.
Doch es ist keine Ausrede,
sondern eine Einrede.Gerüchte und Fake News
sind so stark,
dass ich mich frage:
Was ist denn nun wahr?Es gibt keinen Ausweg,
denn am Ende landest du doch wieder
bei der Werbung
für die angesagteste Tasche.Warum?
Eine Frage ohne wirkliche Mahnung.Ich meine,
wir sind längst süchtig,
mit flüchtigen Ausreden.Dieses Gedicht spricht für mich Bände.
Nun ist es zu Ende,
und aus Langeweile
wende ich mich wieder daran
und schaue mir die nächsten TikToks an.Anneke Glade, 7b
