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Erdkunde-Unterricht einmal anders: Ein Blick von außen auf unser Klima

Von Anna Averdung | Erdkunde
Ein Blick von außen auf unser Klima

Und zwar im doppelten Sinne: Ein Experte von außen zeigte am 18. und 19. November 2020 vier Lerngruppen aus der Oberstufe einen Blick von außen (aus dem Weltall) auf das Klimageschehen auf der Erde: die Germanwatch Klimaexpedition.

Holger Voigt von Geoscopia hatte vor vielen Jahren die Idee, Schülerinnen und Schülern die Thematik Klimawandel über die Auswertung von Live-Satellitenbildern zu veranschaulichen. Der geostationäre Satellit liefert dabei zum Beispiel die aktuellen Oberflächentemperaturen, die die Schülerinnen und Schüler dann interpretieren können.

Leider hat die Liveübertragung bei uns an der Schule nicht so funktioniert wie geplant – der große Baum im Innenhof stand bei der Signalübertragung vom Satelliten, der sich über dem Kreuzungspunkt Äquator und Nullmeridian bewegt und damit im Süden liegt, zur Satellitenschüssel im Foyer im Weg. Glücklicherweise war Holger Voigt schon sehr früh aufgestanden und hatte die Daten übertragen, sodass die Aufnahmen nur wenige Stunden alt waren.

Los ging es mit einem Schnelldurchlauf durch den Erdkunde-Unterricht von Jahrgang 5 bis 13 – sehr anschaulich dargestellt mit den aktuellen Aufnahmen: Wie entstehen Tag und Nacht und wie die Jahreszeiten? Wieso bleibt der Südpol eigentlich die ganze Zeit hell im Zeitraffer der letzten drei Tage? Was bedeutet Zenitstand und wie ist die Verteilung der Wolken zu erklären?

Im Verlauf der weiteren Veranstaltung zeigte Holger Voigt, der ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums Papenburg ist, anhand diverser aktueller und auch historischer Satellitenaufnahmen die bereits sichtbaren Veränderungen auf der Erdoberfläche durch den anthropogenen Klimawandel. Immer wieder ging es dabei auch um Fragen der Klimagerechtigkeit, der weitergehenden Folgen für Mensch und Biodiversität und die Handlungsoptionen für einzelne Personen, die deutsche Politik und die Staatengemeinschaften.

Auch wenn einige Fallbeispiele schon aus den Erdkunde-Unterricht bekannt waren: Die komplexen Themen einmal komprimiert und aus einer anderen Perspektive zu entdecken war für die meisten Schülerinnen und Schüler doch etwas anderes.

Die Veranstaltung wurde besucht von der Klasse 11b, den Erdkunde-Kursen aus Jahrgang 12, den Teilnehmerinnen des Seminarfachs zum Thema „Klimawandel im Emsland“, einem Biologie-Kurs aus der 13 und den Schülerinnen und Schülern des ERASMUS+-Projekts zu den Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme. Für die letztgenannten war die Veranstaltung auch zugleich die Abschlussveranstaltung, nachdem der letzte gemeinsame Projektwoche mit den irischen und französischen Partnern wegen Corona ausgefallen war.

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