Gerade ist noch Entspannung angesagt, als ich kurz vor Mitternacht am Donnerstag in den ICE nach München einsteige, aber nach der achtstündigen Fahrt ist direkt Programm angesagt, denn die europaweit größte Klimakonferenz für Jugendliche startet schon am Folgetag um 2:00 Uhr. Etwas abgelegen vom Hauptbahnhof, in der Nähe des Olympiaparks, findet diese in einer der vielen großen Münchener Berufsschulen statt. Kaum angekommen, sieht man schon um welches Ausmaß es sich hier handelt, denn unter den ca. 1600 15- bis 30-Jährigen ist es nicht schwer den Überblick zu verlieren. Und kurz nach der Anmeldung geht es schon mit den ersten Programmpunkten los. Hier gibt es jedoch nicht ein festes Programm, sondern viele verschiedene Talks, Workshops und weitere Aktivitäten auf Deutsch oder Englisch, wo man sich erst entscheiden muss, was man sich jetzt ansieht und was nicht.
Für mich geht es los mit einem der jüngsten Bürgermeister Deutschlands aus Gartz an der Oder und seiner Erfolgsstory, wie man Bürger:innenbeteiligung in einer Kleinstadt in Brandenburg durchsetzen kann. Weiter dann mit einem Expertentalk über die Vorteile zirkulärer Wirtschaft. Dann ist da wohl auch mal ein kleiner Raum mit über hundert Zuhörer:innen belegt und es wird ganz kuschelig, aber das hält den Informationsfluss über CO₂-Emissionen, Überkonsum und systematische Fehler in der Bekämpfung des Klimawandels nicht auf.
Da hat man sich gerade die ersten paar Vorträge angehört, ist die Zeit schon an einem vorbeigeflogen, sodass es mittlerweile Zeit für das Abendessen geworden ist. Vegane Mahlzeiten, sowie kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten sind nämlich alle inklusive, obwohl das Ticket auch kostenlos war. Nun ist es nach einem kurzen Abstecher zum Science-Slam Zeit für die offizielle Eröffnung der Konferenz auf der Hauptstage durch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause.
Schon ist der erste Tag an Programm vorbei und der Abend lässt sich mit ein paar spaßigen Aktivitäten, wie PowerPoint-Karaoke oder Werwolf ausklingen bevor es ins Bett geht oder, wie für mich, noch einmal quer durch die Stadt.
Tag zwei ist ebenso gefüllt wie der erste. Einige Highlights beinhalten einen Workshop über die schrecklichen Einflüsse durch Big Tech und deren KI-Modellen auf die Umwelt und indigene Völker, wozu wir auch ein kleines Planspiel durchführen konnten. Auch interessant war der Workshop zum Umgang mit einer Welt, in der wir Menschen nicht die einzigen Lebewesen sind, sowie einer zum Zusammenhang zwischen Kriegen und Auswirkungen auf Umweltverschmutzung. An dem Abend gab es neben den üblichen Aktivitäten noch Stand-up-Comedy und Poetry Slam, was dem Ganzen einen Hauch von Festival-Feeling verliehen hat.
Kaum kommt der letzte Tag der LCOY, ist die Konferenz auch schon nach noch ein paar Vorträgen und einem Besuch beim Markt der Möglichkeiten zu Ende und dann ist es auch schon Zeit für die Schlusszeremonie und um Abschied zu nehmen von den ganzen neuen Kontakten die man geknüpft hat und dem entspannten Miteinander, das sich dort gebildet hat.
Neben Weiterbildung zu wichtigen Themen und Motivation, zu Handeln, hat mir die Veranstaltung ebenso die Möglichkeit gegeben mich weiter zu vernetzen, wie mit Stiftungen, um möglicherweise an Stipendienplätze zu kommen, oder mit anderen Aktivist:innen, um in Zukunft besser organisiert handeln zu können.




