Dabei haben die Schülerinnen und Schüler begleitet von ihren Lehrern Finn Chomontowski und Sarah Weichers Gesetzgebungsprozesse nachempfunden, Positionen mit verschiedenen politischen Akteuren diskutiert und wurden über Möglichkeiten zur Stärkung unserer Demokratie informiert.
Am Mittwoch, den 4. Februar 2026 startete die Busfahrt nach Berlin, die mit zwei Pausen etwa acht Stunden dauerte. Unglücklicherweise herrschten an diesem Tag aufgrund von starkem Glatteis schwierige Straßenverhältnisse, da vielerorts die Winterdienste streikten. Obwohl der Bus verspätet bei der Schule ankam und auch auf den Autobahnen teils nur langsam fahren konnte, waren wir in Relation zur geplanten Ankunftszeit nur um 30 Minuten zu spät in Berlin. Zuletzt aßen die Kurse dann gemeinschaftlich außerhalb des Hotels zu Abend und ließen den ersten Tag in der Bundeshauptstadt ausklingen.
Am Donnerstag startete das Programm dann mit einer Führung und einem Vortrag im deutschen Bundestag, wobei vor allem über die Geschichte und die Abläufe im Bundestag informiert wurde. Anschließend hatten wir etwa eine Stunde Zeit Hasko Brahms, dem Leiter des Berliner Büros von Gitta Connemann, MdB, der uns an ihrer Stelle begegnete, kritischen Fragen zu stellen. Diese beantwortete Herr Brahms dabei stets klar und souverän.
Danach ging es zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wo wir im offiziellen Presseraum mit einem Vertreter dieses Ministeriums sprechen konnten. Nach einigen Informationen zu den Aufgaben und der Arbeitsweise dieses Ministeriums konnten wir auch hier viele teils kritische Fragen stellen, die ebenso souverän beantwortet wurden. Die Diskussionen über verschiedene Möglichkeiten der Wirtschafts- und Energiepolitik und deren Vor- und Nachteile, sowie über aktuelle globale wirtschaftliche Entwicklungen waren dabei lehrreich und interessant.
Abschließend referierte dann in der Bundeszentrale für politische Bildung der Politikwissenschaftler Ferdinand Niedlich in einem interaktiven Vortrag über Demokratietheorie und die aktuelle Verfassung unserer parlamentarischen Demokratie.
Auch wenn danach der Programmtag eigentlich zu Ende gehen sollte, hielt der Abend im Hotel eine Überraschung parat. In dem einen Moment waren unsere Lehrer Finn Chomontowski und Sarah Weichers noch dabei die Anwesenheit vor der Nachtruhe (22 Uhr) zu kontrollieren, im nächsten standen die zwei Kurse, teils ohne Jacke vor dem Hotel. Gezwungen aufgrund eines falsch ausgelösten Feueralarms, für rund 40 Minuten auf die Ankunft der Feuerwehr und ihre offizielle Freigabe zu warten, konnten wir so das Schneetreiben vor dem Hauptbahnhof beobachten.
Am Freitag, dem zweiten Programmtag, begann der Tag bei der jungen Welt, einer „linke[n], marxistisch orientierte[n], überregionale[n] Tageszeitung“, wobei wir von einem Vertreter der Zeitung durch die Redaktion geführt wurden und über die politischen Ansichten, die Arbeitsweise und die bis in die DDR zurückreichende Geschichte der Zeitung erfahren haben und auch hier kritische Diskussionen, insbesondere zur Darstellung der DDR, führen durften.
Noch im Gebäude der jungen Welt, traf die ehemalige Bundesprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, pünktlich auf die gespannten Schülerinnen und Schüler. Von der Redaktion lief sie an der Seite unserer Schülerinnen und Schüler durch vereiste Straßen zum Karl-Liebknecht-Haus, wo uns der Rosa-Luxemburg-Saal für das Treffen mit der 26-Jährigen zur Verfügung gestellt wurde. Mit ihr sprachen unsere Leistungskurse überwiegend über soziale und gesellschaftliche Themen: Migrationspolitik, Geschlechtergleichstellung und Polizeigewalt. Doch auch die Rolle sozialer Medien in der politischen Kommunikation wurde thematisiert. Die ursprünglich aus Leverkusen stammende Politikerin überzeugt durch ihr authentisches und selbstsicheres Auftreten, zusätzlich sorgten ihre Kritik an sich selbst und ihrer Partei, für einen transparenten Dialog. Auch Zeit für Gruppenbilder und einige Empfehlungen für Foodspots in Berlin konnten wir am Ende finden.
Nach kurzer Verpflegungspause ging es schon weiter zum nur wenige Meter vom Reichstags-Gebäude entfernten Paul-Löbe-Haus. Dort trafen wir auf die Büroleiterin der Bundestagsabgeordneten Filiz Polat von Bündnis 90/Die Grünen. Polats Angestellte erzählte uns von der Fraktionsarbeit der Grünen im Paul-Löbe-Haus, auf dessen Etagen die unterschiedlichen Fraktionen jeweils ihre Büros haben. Unser Fokus lag (naheliegenderweise) auf dem Ampel-Aus letztes Jahr und den Unterschieden zwischen der Fraktionsarbeit zur Regierungspartei im Vergleich zur Arbeit als eine Partei der Opposition. Dies gab uns die Möglichkeit, Insiderwissen zu bekommen.
Während der Vortag vom Besuch des Bundestages geprägt war, stand als Nächstes der Bundesrat an. Dort bietet man Schülerinnen und Schülern ein Planspiel an, bei dem der Entscheidungsprozess und der politische Austausch der 16 Bundesländer einem nähergebracht wurde und sozusagen über ein Gesetz entschieden werden konnte. Bei der nachgestellten Sitzung waren Diskussion, Abstimmungen und Fachausschüsse die Mittel, die zum Entscheid führten. Aufgrund des hohen interaktiven Aspekts des Planspiels war es für viele nicht nur das Highlight am Freitag, sondern auch der gesamten Fahrt. Der offizielle Plenarsaal durfte natürlich nicht verwendet werden, dieser wurde später von der Besuchertribüne aus präsentiert und vorgestellt.
Zum Abschluss des Tages durfte ein Großteil der Schülerinnen und Schüler dann noch persönlich mit Anja Schulz im Präsidiumszimmer der Bundesgeschäftsstelle der FDP sprechen. Sie ist ehemaliges Mitglied des Bundestages für die FDP, Beisitzerin im Bundesvorstand der FDP und Mitglied der Grundsatzprogrammkommission der FDP und war eigens für die Diskussion mit uns aus ihrem Wahlkreis Celle-Uelzen angereist. Ihre klaren, eindeutigen Positionierungen und die fundierten Argumentationen waren dabei ein besonderes Highlight, mit dem unser zweiter Programmtag sein Ende fand.
Der Samstag als letzter Aktionstag war der kürzeste. Am Spätmorgen bot sich die Chance, im Deutschen Dom eine Ausstellung zur Parlamentshistorie im Bundestag zu besichtigen. Erst präsentierte man die Aufgabe, die Ausstellung zum Ausfüllen von Fragebögen zu nutzen, um danach noch flüssig in ein Rollenspiel überzugehen. In einem dem Bundestag nachempfundenen Saal durften wir uns in die Parteien des Bundestages hineinversetzen und eine geschlossene Rederunde sowie den darauf folgenden Gesetzesbeschluss nachspielen. Damit war nun auch der letzte Programmpunkt unserer LK-Fahrt abgeschlossen. Es war Zeit, sich von Berlin zu verabschieden.
Die Lehrer boten den Schülerinnen und Schülern noch eine großzügige Zeitspanne zum Speisen und kurzen Erkunden in Berlin, bevor es, diesmal unter wesentlich besseren Wetterverhältnissen, wieder zurück nach Papenburg ging. Nachdem der Bus um 15 Uhr geplanter Abfahrt pünktlich anfing, die Hauptstadt hinter sich zu lassen, kamen die zwei Kurse sicher und heil um ca. 21:15 Uhr wieder auf dem Schwimmbadparkplatz an, wo die Schülerinnen und Schüler und Eltern wieder vereint wurden. Als letzte Aktivität für die politisch interessierten Schülerinnen und Schüler stand nun nur der Weg ins warme Zuhause an, um nach dreieinhalb Tagen fast durchgehender Aktivität zur Ruhe zu kommen.
Berlin bot uns Zwölftklässlern einen aufschlussreichen und interessanten Aufenthalt, der nähere Einblick in deutsche Staatspolitik, die Demokratie stützenden Organe und politischen Gewalten unseres Systems ermöglichte. Eine Fahrt, die auch nach dem Abi bestimmt als ein zwischenzeitiges Highlight in Erinnerung bleiben wird. Kulturell, politisch und gesellschaftlich sollte der Hauptstadt-Besuch uns als Schülerinnen und Schülern auf jeden Fall weitergebildet haben. Wir glauben, dass diese Berlinfahrt eine Exkursion ist, von der auch zukünftige Jahrgänge sehr profitieren werden.












