In einem vom Niedersächsischen Kultusministerium empfohlenen Planspiel des Deutschen Jugendrotkreuzes schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen verschiedener fiktiver afrikanischer Staaten, aber auch in die Rollen Deutschlands, des Roten Kreuzes sowie der Vereinten Nationen. Somit wurden sie im Rahmen von Verhandlungen um Ressourcenverteilung, Krieg und Frieden, Unabhängigkeit und dem Einsatz von Kindersoldaten selbst zu politischen Entscheidungsträgern.
Im Mittelpunkt stand ein Konflikt um ein bedeutendes Ölvorkommen. Während eine Region über den Rohstoff verfügte, wurde diese jedoch von einer Militärdiktatur unterdrückt. Die unterschiedlichen Machtansprüche führten schließlich zum Krieg.
Nun lag es an den Schülerinnen und Schülern eine Lösung für den Konflikt zu finden.
Es wurde diskutiert, verhandelt, strategisch geplant und immer wieder nach Kompromissen gesucht. Begleitet wurden diese Verhandlungen von einer sehr aktiven Presse, die in kurzen Abständen Artikel veröffentlichte und somit durch Veröffentlichung von Geheiminformationen die Verhandlungen immer wieder beeinflusste.
Schnell wurde deutlich, dass politische Verhandlungen wesentlich komplizierter sind als vielleicht vermutet.
In mehreren großen Verhandlungsrunden diskutierten die Schüler im Rahmen ihrer Delegationen im Plenum, um ihre Interessen zu vertreten.
Am Ende der letzten Verhandlung stand ein fertiger Friedensvertrag, den alle Delegationen unterschrieben. Als es zur letzten Unterschrift kam, zerriss die letzte Delegation unerwartet den Vertrag. Somit endete das Planspiel zwar ohne Lösung, aber die Schülerinnen und Schüler gingen mit der Erkenntnis heraus, das internationale Konflikte komplex sind und dass es ungemein schwierig ist, unterschiedliche politische, wirtschaftliche und militärische Interessen miteinander zu vereinbaren.
Das Planspiel gab den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Politik nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern praktisch zu erleben. Es zeigte ihnen zudem die Bedeutung von Kompromissbereitschaft, Diplomatie und geschicktem Handeln, um in komplexen internationalen Konflikten etwas erreichen zu können.
Angeleitet wurde das Planspiel von zwei vom DRK ausgebildeten Scouts, Olivier Koot und Thies Lüken, die im einem Wochenendseminar die Kompetenz erworben hatten, die Vereinten Nationen in diesem Planspiel zu repräsentieren.
